5. Schlüssel: WÄHLEN

Im Namen der Selbstliebe... 

Du hast die Wahl. Immer. In jedem Augenblick.

Wieder ist es Sonntag und eine große Tasse Kaffee versüßt mir die frühen Morgenstunden. Es dämmert schon. Die Nacht hat sich davongeschlichen, lässt ihre sanfte Stille da.

Noch ist es Sommer. Und ein neuer Tag breitet seine Arme aus. So fühle ich mich: eingeladen, angenommen, umarmt.

 

Immer öfter, immer mehr umarme ich meine Schöpfung, akzeptiere, fühle mich gesegnet und beschenkt.

Das war nicht immer so. Ich übe, trainiere, mache Fehler, beobachte mich, staune, wachse, sage AHA.

 

Ich wähle stets bewusster, immer klarer.

 

Liebe oder Angst?

Angst ist Schatten und Buddy der Liebe

Die Qual der Wahl kann Heilung sein. 

Zwischen all den Möglichkeiten wählst Du doch immer nur dual.

Rechts oder links?

Schwarz oder weiß?

Angst oder Liebe?

Das ist die Wahl, die Du täglich triffst. In jeder Stunde, in jeder Minute, in jedem einzigen Augenblick. Gerade jetzt.

Es gibt nichts anderes, was Du wählen kannst. 

 

Egal, auf welche Seite Du Dich schlägst, es ist beides richtig. Jede Seite hält eine andere Lektion für Dich bereit. 

Wählst Du Angst, gehst Du durch die Hölle.

Wählst Du Liebe, findest Du Dich im Paradies.

 

Es gibt kein GUT, es gibt kein SCHLECHT.

In letzter Konsequenz ist ALLES Liebe. Auch die Angst. Jawohl. In letzter Konsequenz ist ALLES EINS.

 

Nimm ein Ei. Zuallererst ist es ein Ei. Mit allem, was dazugehört. Daraus entsteht ein Kücken, ein neues Leben, ein piepsendes, flauschig-gelbes WUNDER.

Das Ei hat Eiweiss und Eigelb zugleich. Es braucht beides, damit ein Kücken daraus werden kann.

Das Eigelb ist nicht besser. Das Eiweiß ist nicht besser.

Beide sind gleich. Unglaublich wertvoll, einzigartig, gebraucht, unendlich geliebt.

Nur gemeinsam, vereint erschaffen sie ein Wunder. Das Wunder vom Leben, das Wunder der Erfahrung.

 

So ist es mit der Liebe und der Angst. Sie sind nur scheinbar Gegenspieler. In Deiner Vorstellung. In Deiner Illusion.

Im Grunde sind beide EINS. Ein Ei, eine Liebe.

 

Warum ist das so?

Damit Du Dich erfahren kannst. 

Die Liebe IST.

Wenn es jedoch nichts anderes als die Liebe gibt, kann sich die Liebe nicht erfahren. 

 

Stell Dir vor, Du wärest ganz allein auf dieser großen, weiten Welt. Stell Dir vor, nicht einmal die Welt wäre existent.

Wohin Du schaust, siehst Du Dein exaktes Spiegelbild. Es sieht so aus, wie Du, es bewegt sich so wie Du. Es verhält sich so wie Du. Es gibt nichts, außer Dir allein.

 

Es gibt nichts zu erleben, nichts zu erfahren, nichts zu unterscheiden.

Da bist nur Du. Und Du. Und nochmals Du.

 

Du würdest Dich langweilen. Und zwar zu Tode. Es gäbe keine Erfahrung, die Du machen kannst. Es gäbe einfach nur SEIN.

 

Spannung musste her...

Adam, Eva, eine Schlange und ein Apfel

Aus diesem Grund hat sich die Liebe etwas ausgedacht.

Damit sie sich erfahren kann.

Sie hat sich ausgedacht, dass sie sich teilen kann.

Also hat sie sich geteilt. In zwei Hälften.

Nun war die Liebe also geteilt.

Liebe durch zwei ist immer noch Liebe. Gibst Du mir da recht?

Auf diesen Trick fällst Du nicht herein.

Doch die Liebe ist erfinderisch. So schnell gibt sie nicht auf.

Soll ich Dir was sagen? Sie gibt NIEMALS auf.

Sie hat die besten Maskenbildner engagiert. Die allerbesten, die sie kriegen kann. 

Die besten Kostümbildner– aus den entlegensten Winkeln der Welt,

die genialsten Schauspieltrainer, die erfahrensten Verhaltensforscher,

die cleversten Psychologen, die begehrtesten Regisseure, die virtuosesten Kameramänner, 

und die kritischsten Kritiker. 

Sie hat die geniale Illusion erschaffen, dass sie NICHT DIE LIEBE ist. 

Sie hat es so gut hingekriegt, dass Du selbst glaubst: sie sei nicht die Liebe

In diesem Punkt musst Du Dir eingestehen: Die Liebe ist genial.

Sie hat sich bis zur Unkenntlichkeit maskiert, frisiert, trainiert. 

Und Du und ich: Wir fallen täglich wieder darauf herein.

Auf ihre zwei Hälften. Auf Licht und Schatten.

Die lichte Seite loben wir LIEBE. Die dunkle Seite schimpfen wir ANGST.

 

Doch ist der Schauspieler, der eine Rolle spielt, wirklich ein anderer Mensch? Ist er weniger wert?

Wo er mit seinen Künsten doch eine Millionengage kassiert? Und einen Stern auf dem Hollywoodboulevard?

Kann die Liebe als schlecht sein?

Nur weil sie sich verkleidet?

Nur weil sie sich ein Kostüm über ihre Kurven zieht? Sich maskiert zur Schau stellt?

Nur weil sie Maskerade spielt? Damit sie sich durch Dich erfahren kann? Damit Du dich erfahren kannst? 

Sie muss die beste Illusion erschaffen, die sich erschaffen lässt.

Diese Illusion muss so Niet und nagelfest sein, dass Du darauf hereinfällst.

Sie muss so brillant, umwerfend und einnehmend sein, dass Du sie FÜR DIE WAHRHEIT  halten musst.

 

Erinnere Dich. Die Liebe hat sich aus sich selbst erschaffen. Die Liebe ist das ganze Ei.

Das ganze Universum, die ganze, große Show.

Sie hat sich einfach eingefärbt, verkleidet und maskiert, damit es spannend wird. Damit sie sich erfahren kann.

Damit sie wählen kann.

 

Die Liebe ward zur Schlange. Ein Apfel ward zum Sündenfall. Adam und Eva wurden verführt, um sich zu verführen. 

Der Apfel vom Baum der Erkenntnis brachte das Spiel endlich in Gang.

 

Das Gegenteil wurde erschaffen. Das, was die Liebe nicht ist. Das, was sie dennoch immer sein wird.

Denn ihre Essenz ist identisch.

 

Und endlich kann die Liebe sich erfahren. Auf einem Spielfeld, auf dem es ALLES gibt.

Scheinbar getrennt, scheinbar in Konkurrenz, scheinbar in ewigem Kampf. Zwischen Licht und Schatten. Zwischen Schwarz und Weiß. Zwischen Liebe und Angst. Die Liebe hat sich ihre eigene "Konkurrenz" erschaffen.

In letzter Konsequenz hat sich die Liebe jedoch nur schwarz-weiß kartiert. Damit sie Muster hat.

Sie ist das ganze, wunderbare Schachbrett.

Du hast die Wahl

Nutze das Spiel. Dafür ist es gemacht. Springe hin und her. Entscheide Dich, auf welchem Spielfeld Du gerade stehen, spielen möchtest. Wie beim Schach.

Schwarz bedeutet (vielleicht) Angst. Weiß bedeutet (vielleicht) Liebe. Auch das ist Deine Wahl.

Nichts ist besser. Nichts ist schlechter. ES IST, damit Du wählen kannst.

 

In jedem einzelnen Moment hast Du die Wahl. 

 

Wählst Du die Angst, begrenzt Du Dich. Dein Herz zieht sich zusammen. Du bist verkrampft. Dann lehnst Du einen anderen ab. Lehnst Du einen anderen ab, lehnst Du einen Teil von Dir selber ab. Einmal mehr fällst Du aus dem Rahmen der Selbstliebe heraus. 

Das ist nicht weiter schlimm. Es ist. Nimm es leicht. Sage: Aha, jetzt habe ich die Angst gewählt. Begreife das Spiel und seine Regeln. Werde Dir gewahr, dass Du in einen bombastischen Blockbuster hineingeboren bist. Deine Eltern sind schon hineingeboren worden. Und Deine Großeltern. Und Deine Enkel werden es immer noch. Sie werden hineingeboren: in einen fulminanten Film. Mit einer unschätzbar-genialen Crew und einem Bühnenbild, das vergeblich seinesgleichen sucht. Deine Eltern haben vergessen, dass dies hier ein riesiges, inszeniertes Spektakel ist. Du hast es vergessen.

Ich auch. Der Film ist so genial, dass Du ihn für wahrhaftig halten musst. Er wirkt so wahrhaftig, dass wir uns vor dem Ende unserer Rolle fürchten. Vor dem Tod. Wir erkennen nicht, dass wir nun unserer wohlverdienten Feierabend haben. Wir erkennen nicht, dass das Ende einer Rolle nicht UNSER ENDE ist.

Wir sind verhaftet, halten fest. Lassen die Illusion nicht los.

Dabei ward die Illusion geschaffen, damit sie uns Hormonschübe und Abenteuer beschert. Sie wurde geschaffen, damit Du Dich erkennen kannst. 

Erinnere Dich. Ein kleines bißchen. Ziehe die Möglichkeit in Betracht, dass Du eine Rolle angenommen hast. Eine Rolle, die Du so gut spielst, dass Du vergisst, dass es eine Rolle ist. Eine Rolle, die Du für das hälst, was DU BIST.

Doch Du kannst niemals etwas anderes als Liebe sein. Das kannst Du schlichtweg nicht. Du kannst nur so tun, als ob.

 

Fahre damit fort, Dich zu beobachten. Auf dem schwarzen Spielfeld. Auf dem Spielfeld, wo Dein Körper sich verspannt. Beobachte einfach, was das "Gegenteil von Liebe" mit Dir macht. Ziehe ins Kalkül, dass das, was Du erlebst, nicht die volle Wahrheit ist.

Beobachte, wie Du Dich gerade fühlst. Lass das Drama sein. Darum geht es. Das ist der Deal. Es geht um Selbsterfahrung.

Die Angst ist niemals schlimm. Sie ist wichtig. Sie ist da, damit Du wählen, damit Du Dich erfahren kannst. Akzeptiere sie. Umarme sie. Lass sie einfach sein.

 

Und nun triff eine neue Wahl. Zieh ein Spielfeld weiter. Wähle Liebe. Öffne Dein Herz. Stretche Deine Seele, dehne Dich aus. Gehe Deinem Nächsten mit offenen Armen und einem offenen Herz entgegen. Selbst, wenn er auf dem schwarzen Spielfeld steht. Gehe ihm unter die Haut. Umarme jeden vermeintlichen Gegner. Lächle ihn an. Herzlich, wahrhaftig, rein. Fühle Unschuld.

Es gibt keinen Gegner. Es gibt keine Angst. Es gibt in letzter Konsequenz nur Liebe. 

Liebe, die mit sich selbst Scharade spielt

Erinnere Dich. Leben ist großes Kino. Es ist Kino nach einem Drehbuch, das Du laufend schreibst. In diesem Augenblick.

Mit jedem deiner Gedanken, dem Du folgst.

Mit jedem Gefühl, welches Du verfluchst oder umarmst.

Solange Du weißt, dass Du Dein Drehbuch schreibst, ist es egal, ob Du Angst oder Liebe, Schatten oder Licht, Kälte oder Wärme wählst. 

Du geniesst es, Dich zu erfahren und die Angst verliert den Schrecken.

 

Vergisst Du aber, dass Du Dein Leben in den Händen hälst, wenn Du vergisst, dass Du Dein Schöpfer bist, dann wird die Höllenfahrt zur Qual. Du findest Dich als Opfer wieder und jeder Ausweg wird zur Folterkammer.

 

Was kannst Du also tun?

Nimm an. Zuallererst nimm wieder an.

AHA: Ich habe also Angst.

AHA: Ich liebe mich gerade überhaupt nicht selbst.

AHA: Ich habe das Gefühl, dass ich ein Opfer bin.

 

Beobachte einfach, was passiert. Fühle Angst. Fühle Leid. Fühle jeden Krümel Qual. Fühle mit voller Amplitude. Setzt Dich hin. Bleibe regungslos und fühle. Mehr gibt es nicht zu tun.

Wenn das Gefühl seinen Zenit erreicht, bleibe präsent. Lass es brennen. Lasse es voll kommen. Vollkommen.

Dann wird es leichter. Dann ebbt es ab. An dieser Stelle entscheidest Du Dich bereits für die Liebe.

Das weiße Spielfeld hat Dich wieder. Du entspannst Dich, machst Dich weich. Kriegst eine zarte Ahnung, dass Du geliebt, beschützt, geborgen bist.

Ein Tropfen Glück im Ozean der Liebe.