Ego

 

Was ist das: Ego?

 

Das Ego ist quasi eine Software, ein Algorhytmus, ein Programm, das Dich zum Individuum macht und Dich als solches funktionieren lässt. Ich betone: funktionieren.

Der Sinn vom Ego ist, dass Du Dich als DU erfahren kannst. individuell, einzigartig, unersetzlich, unerreicht.

Wenn Du die kleine Flamme in der hellen Sonne bist, dann kannst Du Dich nicht als Licht erfahren. Du bist zwar Licht, doch Licht ist alles, was es in der Sonne gibt. Du bist „nur“ ein Fünkchen Helligkeit im großen Glanz, ein blasser Wassertropfen im übergroßen, dunkelbunten Ozean.

Damit Du Dich erfahren kannst, musst Du vergessen, WER und WAS Du bist. Das ist der Deal. Und dafür brauchst Du Medizin: Schluckimpfung für den „ Vergnügungspark Erfahrung“. Du schluckst die rote Pille der Amnesie. Sie ist dein Saisonticket zur Reise auf der Erde. Du MUSST vergessen, WER DU BIST, damit Du Dich erfahren kannst. Damit vergisst Du auch, wer Dein Gegenüber ist. 

Dein Ego unterscheidet streng: Gegner oder Verbündeter?

Und das Egourteil ändert sich schneller, als das Wetter.

Was dem Ego schmeichelt, das ist gut.

Was dem Ego widerstrebt, das ist schlecht.

Das Ego urteilt, verteufelt und verflucht. Das Ego sucht immer einen Schuldigen. Dabei hat es natürlich immer recht. Es sollte besser REGO heißen.

Du hast Dein Ego nötig und dabei macht es Dir jede Menge Stress. Denn es liebt Reibung. 

Nur, wenn es irgendwo brennt, stinkt und knallt, hat das Ego richtig Spaß. 

Einigkeit und Harmonie sind Gift fürs Ego. Es kriegt ganz schnell die Krise und sucht schon nach dem nächsten Plan für Streit und Stress. Es will sich schließlich messen.

Dein Ego liebt die Konkurrenz, den Mehrkampf und den Sieg. Das Ego will das BESTE sein.

Und so kannst Du machen was Du willst. Schwebst Du in Frieden und in übergroßer Harmonie, erschafft Dein Ego eine Krise, damit es wieder lustig wird.

Dein Ego ist wie ein kleines Kind, dass still in der Ecke sitzen muss. Stillsitzen? Klappe halten? Angepasst und brav?

Oh Nein. Das will das Ego nicht.

 

Dein Ego: musst Du es aufgeben?

NEIN! Merke es Dir: NEIN. 

Dein Ego ist superwichtig und unvorstellbar intelligent. Es ist das Programm, dass Dich funktionieren, spüren, riechen, schmecken lässt, Dein Überleben sichert und Dich mit dem Stempel „einzigartig“ tätowiert. .

Dein Ego ist das Werkzeug, mit dem Du Dich selbst als getrennt von Gott und von den anderen wahrnehmen und erleben kannst. Deshalb bist Du hier. Das ist Dein Sinn. Ohne Ego bist Du Sinn-los. Dein Ego ist wie ein energetisches Schutzschild – mit einem wundersamen Muster.

Das Ego ist der Teil, der Dich zwischen drei und vier Jahren zum allerersten Male mit Stolz geschwellter Brust „ICH“ sagen lässt. Jetzt kannst Du Dich als „ ICH BIN“ erfahren.

Ich erinnere mich genau, als mein jüngster Sohn Taddeus zum ersten Male „ICH“ sagte. Er stand vor mir. Kerzengerade. Für einen Moment mucksmäuschenstill. Obwohl er schon mit zwei Jahren wie ein Wasserfall quasselte, hielt er inne, als wollte er etwas überlegen. Er schaute mich mit seinen großen Kulleraugen an, holte tief Luft und dann sagte er es: „ICH“. Dabei fing er an zu strahlen, zu lachen, zu glucksen. Er wiederholte es immer wieder. „Ich! Ich! ICH! I C H ! Als hätte er einen großen Schatz gefunden. Es war ganz magisch. Er hatte sich selbst gefunden, in dieser Welt, die oft ein großes Chaos ist. Und darum geht es. Dein Ego hilft Dir, Dich selbst zu finden, Dich zu erkennen, Deine Grenzen zu bewahren. Und Grenzen, die wirst DU brauchen. Nicht nur für Dein Spiegelei. 

Freunde Dich mit Deinem Ego an. Danke ihm. Es ist die Nussschale Deiner Existenz. So kannst Du wissen, ob Du eine Wallnuss bist (weil Du wählst, es zu sein). Vielleicht erkennst Du Dich als Hasel- oder Kokosnuss, als Pistazie, als Cashew-Kern?

 

Das Ego will erzogen werden

Dein Ego ist wie ein unerzogenes Kind, wenn Du es nicht erziehst. Es drängt Dir seine Meinung auf, es macht sich wichtig, es schlägt die Harmonie K.O. RECHT will es haben. Es will der Beste sein. Doch einen „Besten“ – eine „Beste“ gibt es nicht. Es ist bestrebt zu nehmen, was es haben will. Es sieht den Lolly, es will den Lolly und zwar sofort. Und oft nimmt es den Lolly auch. Ohne zu fragen. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Dein Ego sagt Dir zum Beispiel Sachen wie: „Ich will das Gelbe vom EI. Und zwar JETZT. Ich will nicht warten. Ich will auch nicht an mir arbeiten. Ich bin perfekt.“

Natürlich. Dein Ego ist perfekt. Es ist ein perfektes Programm. Doch wie ein iPhone braucht es ein Software-Update.

Verpasst Du das, dann funktionierst Du nicht mehr richtig. Du fängst an zu spinnen, Du blinkst vielleicht, Du brummst, Du summst, Du säufst ganz einfach ab. Es wird zappenduster. Nix geht mehr. Und Dein Seelenpartner kommt Dir keinen Millimeter näher.

Also wirst Du lernen, Dein Ego upzudaten. Du entwickelst Dich, Du brauchst ein neues Programm.

Und woher kriegst Du das? Du kannst Bücher lesen, Kurse besuchen und ganz besonders Menschen fragen, die ziemlich glücklich sind. Sie leuchten, sie sind Wegweiser, sie führen Dich zum nächsten Update. Sie haben das neue Programm schon gefunden, installiert und ausprobiert.

Du kannst sie einfach fragen. Diese Menschen helfen Dir.

 

Der Tanz von Ego und Seele

Wenn Ego und Seele sich einig sind, dann findet Schöpfung mit Karacho statt.

Wenn es um Angst geht, dann sind sich Ego und Seele oft genug so richtig einig. 

Das Ego bibbert, windet sich, hat mal wieder richtig Schiss. Vor einer Prüfung, vor einem Arztbesuch, vor einer Spinne, vor Wasser, vor einer kleinen Maus. Die Seele bringt vielleicht Erfahrungen aus einem alten Leben mit. Vielleicht ist sie dort ertrunken. Sie hat also erst einmal Angst vor Wasser. Sie konnte ihr Ego „damals“ nicht retten. Jetzt versucht sie es. Ego: Du kannst nicht schwimmen. Es ist gefährlich, wir können ertrinken. 

Das Ego hat vielleicht gerade einen Film über Hochwasser gesehen, hat gehört, dass viele Menschen im hohem Wellengang ertrunken sind. Nun hat es richtig Angst.

Ego und Seele bibbern zusammen, sie fürchten sich, sie hören überhaupt nicht auf.

Du kannst Dir denken, was passiert. Das Hochwasser zieht die beiden magisch an. Wird dieses Programm nicht durchbrochen, werden beide auch in diesem Leben und den Fluten landen.

Doch genauso gut können sich Ego und Seele in positivem Sinne einig sein. Wenn das Ego lernt, seiner Seele zu lauschen, wenn das Ego seine Seele liebt, sie streichelt und auf roten Rosen bettet, dann findet höchste Schöpfung statt. Es wird geführt, es datet sich nun täglich ab. Geh in die Stille. Und irgendwo, auf Deiner grünen Wiese, in Deiner inneren Zauberwelt, findet Dein Ego endlich wohlverdiente Ruhe. Es lauscht dem Rauschen vom Bach, zählt Schäfchenwolken, kaut an Gänseblümchen und..... hält die Klappe!

 

Wichtigkeit vom Ego

Das Ego ist oft verteufelt. Zu schnell, zu Unrecht, aus Unwissenheit. Egoistisch ist hierzulande oft gleichzusetzen mit schlecht, nicht förderlich, ohne Sinn und Zweck. Dabei macht`s einen Riesen-Sinn.

Das Ego ist (D)ein ausgeklügeltes Programm, ein unglaublicher Algorythmus, die Software, die Dich erlebbar macht.

Irgendwann – vor nicht allzu langer Zeit – warst Du wabbelndes Licht. Du warst ein Fünkchen Helligkeit im Funkenregen der Unendlichkeit, eine kleine Flamme in der Glut der Sonne. Du warst der Schein im Glanz. Doch wie kannst Du Dich als Licht erfahren, wenn Licht ALLES ist, das existiert? Wie kannst Du Dich als einzigartig wähnen? Wie kannst Du Selbstwert lernen, wenn Du überhaupt nicht existierst?

Also hast Du Deine Reise angetreten. Bist ins Dunkel eingetaucht. Bist geflogen: durchs All der Ewigkeit, vorbei an Sternen, riesengroß und zaghaft klein. Überwältigt von der Dunkelheit, erstaunt durch einen Hauch von Licht, der sich wie Nebelschwaden auf die dunkle Stille legt. Ein Komet verführte plötzlich Deine Augen. Die Dunkelheit – vom Licht geküsst. Ein Sonnenstrahl, der sich ins tiefe Nachtschwarz bohrt. Plötzlich war das Gegenteil geboren. Das Pendant, das Licht erst richtig strahlen lässt. Die Leinwand, die das Feuerwerk der Sinne sichtbar macht.

Dafür BRAUCHST Du Dein Ego. Du brauchst eine Software, die Dich abgrenzt, die Dich DU sein lässt, die Dich einzigartig macht. Deine Software ist der Stempel, Deine Fahrgestellnummer, Deine IP-Adresse. Sie ist nicht verhandelbar. Du kriegst sie einmal und behält sie das ganze Leben. Sie macht Dich besonders-besonders. Über alle Maßen, einzi-einzigartig. Wenn Deine Software spinnt, dann brauchst Du keine neue. Du musst einfach lernen, sie zu benutzen, sie voll und ganz auszunutzen. Du musst lernen, dass Du ihr Herr und Meister bist. Nicht umgekehrt. Darum geht es. Lerne Deine Software schätzen, lerne sie lieben. Beschäftige Dich mit ihr. Lerne sie zu tunen, zu justieren, sie sanft anzupassen. Dann leistet sie Dir beste Dienste und Dein Eg wird Dein bester Freund.

 

Aufgeplustertes Ego

Als ich noch mittendrin steckte – im Dualseelenkarusell, nach dreihundertfünfundachtzigster Runde. Als ich noch glaubte, dass diese Liebe eine Chance haben MUSS, da war mein Ego überirdisch groß. Aufgeplustert – wie ein eitler Gockel, besserwisserisch, einsichtsfrei. Ich hatte Recht. Basta. Mein Eigelb hatte Unrecht. Sonnenklar. Und ich bewies ihm täglich, dass das so war. Ich schrieb mir die Finger wund, erklärte lang und breit, mit und ohne Wikipedia, mit und ohne Zitat von großen Namen. Er musste einfach irgendwann kapieren, was doch so offensichtlich war. Ich lies ihm keine Ruhe. Wer braucht schon Pause, wenn es um die große Liebe geht. Arbeit war angesagt. Für ihn. Nicht für mich. Ich war schon fertig. Dachte ich. Also schickte ich ihm Steine, Räucherstäbchen, Seife, Kerzen, Allerlei. Er hatte echt zu tun. 

Und gutmütig wie er war, tat er Vieles von diesen Dingen auch. Einmal verbot ich ihm Alkohol, damit ich nicht besoffen bin. Er trank nicht. Dann wieder schickte ich ihn zu einer Hexe, um etwas für mich abzuholen. Er tat es. Irgendwie muss er mich ganz schön lieben. Das ist mir heute klar. Doch damals war es nicht genug. Was er auch tat, es war nicht genug. Es ging mir nicht darum, wie er sein Leben leben wollte. Es ging mir nur um mich: unter dem Deckmantel dieser großen Liebe, die doch (im Moment) nicht lebbar ist. 

Ich sah ihn als den Einzigen, mit dem ich glücklich werden kann. Und das ist der kapitalste Fehler, die schwerste Bürde und der allerhäufigste Grund, warum ihr beide nicht zusammenkommen könnt.

Dein Eigelb ist niemals Dein Retter. Es pinselt Deinem Ego nicht den Bauch. Es wird Dir das Gegenteil von jedem Plan beweisen, es wird ihn durchkreuzen, zerreißen, ihn in alle Winde wehen: Deinen Plan vom Glück. Vom Winde verweht wirst Du Dich wiederfinden, in einer Dürre, die Dir den Atem nimmt.

Die Egos der Eiweiße führen Krieg. Auf ihrer Flagge weht glutrot ihr Herz. Im Namen der Liebe. Im Namen von Einheit. Im Namen einer Überdosis an Gefühl. Eigelbliche Argumente fallen den Panzerkreuzern zu Opfer. Rückzugslinien werden niedergetrampelt, überfahren, platt gemacht. Das Eigelb ist nirgend sicher. Nichtmal im Lazarett, nicht im Schützengraben, nicht im Grab. Rückzug wird nicht akzeptiert.

Es wird mit Liebe abgeschossen, überfahren, zur Strecke gebracht. Also muss es Maßnahmen ergreifen, damit Du es in Ruhe lässt.

Es blockt Dich. Bei WhatsApp, Facebook, wo es das eben kann. Damit es Ruhe hat, vor einer Liebe, die ihm den freien Willen nimmt.

Das ist keine Liebe.Das ist Kampfansage.

Du kannst nur Liebe wählen. Du kannst nicht wählen, wer sie Dir gerade liefern soll.

Solange Du Deinem Eigelb etwas beweisen willst, solange ist Dein Ego überirdisch groß.

Das Ego vom Eiweiß benutzt das Herz. Es packt Dich am wunden Punkt. Dein Herz ist groß. Es sehnt sich nach Liebe, es wünscht sich Erfüllung und Freudentaumel ohne Ende. Da sieht das Ego seine Chance. Hier hakt es ein, schlägt zu. Es träufelt seinem Herz jeden Tag ein bißchen Gift in die Kammern. Es manipuliert, hetzt auf, verführt das Herz. Es flüstert laut: ich will, ICH WILL, I C H W I L L!!!!

Und das Herzchen rennt. Und das Ego ruft aus voller Kehle. Parolen kennt es ja genug: 

Hör auf Dein Herz! 

Das Herz ist weise!

Schalte die Birne ab! 

Lass Dich von Deinem Herzen leiten! 

Gib noch viel mehr! Du musst es ihm beweisen!

Du musst der Liebe folgen, nur sie ist echt!

Und so dirigiert Dich das ungezähmte Ego tagein, nachtaus. Es lässt Dich nicht zur Ruhe kommen. Deine Gedanken fahren Karussell, Du jagst Deinem eigelblichen Phantom ganz einfach hinterher.Bis Du nicht mehr kannst. Bis Du mit wunden Pfoten und ausgestreckter Zunge dann hechelnd auf dem Boden liegst. Bis Dein Eigelb Dir auch den letzten Hahn zudreht.

Erst dann kapiert manch Eiweiß, dass es ganz mächtig übertrieben hat.

 

Das Ego zähmen

Das Ego ist Dein wilder Mustang, der noch keine Regeln kennt. Er macht die Regeln selbst. Mit wehender Mähne galoppiert er mit dem Wind und manchmal auch dagegen. Er bäumt sich auf, er wiehert, er schüttelt seine Mähne. Tausend PS hat er im muskulösen Hintern, ungezähmt galoppiert er durch die weite, duftende Prärie. So ungezähmt kannst Du Dich auf ihm nicht halten. Dieses Rodeo bringt Dich klar zu Fall. Du schlägst hart auf dem Boden auf, holst Dir Blessuren, brichst Dir vielleicht ein Bein.

Erinnere Dich: Du bist der Chef. Dieser Mustang ist Dein Pferd. Reite ihn zu. Mach ihn Dir gefügig. Schenke ihm Freiheit, wenn er sich an die Regeln hält. Schließe Freundschaft und Vertrauen, zähme ihn und lass Dich zähmen.

Wie machst Du das? 

DAG heißt das Zauberwort: Disziplin, Ausdauer und Geduld.

Du übst ganz einfach jeden Tag. Es ist wie Zähneputzen, es muss zu königlicher, täglicher Routine werden, damit nicht nur das Colgatelächeln, sondern auch das Ego strahlt.

Du brauchst ein Ziel. Ein gutes Ziel dreht sich erstmal nur um Dich. Und solche Ziele liebt Dein Ego.

Ich liebe mich vollkommen, wie ich gerade bin!

Das ist ein tolles Ziel.

Und nun fragst Du Dein Ego täglich:

„Liebes Ego, was kann ich jetzt tun, damit ich mich selber lieben kann?“ 

Diese Frage stellst Du ir täglich. Am Besten, wenn Du Dir die Zähne putzt. Bleibe bei dieser Frage. Und dann mach Dich völlig frei. Die Antwort wird sich zeigen.

2. Du brauchst eine Vision: Wie fühlt es sich an, wenn Du Dich selber liebst? Wie wird Dein Leben sein? Wie werden andere Menschen auf Dich reagieren? Stelle es Dir vor. Male es Dir aus, in den schönsten Farben, in den intensivsten Gefühlen. Fühle, was Du fühlen wirst. Rieche, was Du riechen wirst. Sieh, was Du sehen wirst. Höre, was Du hören wirst und schmecke, was Du schmecken wirst. 

Jeder Mensch hat seine eigenen, bevorzugten Kanäle auf denen er sendet und empfängt. Wenn Visualisieren nicht Deine Stärke ist, dann rieche, höre, fühle. Was immer Du am Besten kannst. Nutze Dein Talent, Deine Anlagen, Deine Fähigkeiten.