3. Schlüssel: UMARMEN

 

Begegne Deinem Gegner mit einem offenen Herz!

 

Es gibt Menschen, die werfen Anker. Mit einem Blick, ein paar Worten, einer Geste, einer flüchtigen Bemerkung, einer Umarmung, die sich wie eine Wärmflasche auf die fröstelnde Seele legt.

Und wenn sie ihren Anker werfen, geben sie Dir einen neuen Hafen. Frisches, unberührtes Land. Heimat. Hoffnung. Honeymoon.

Du weißt nicht, wie sie es tun. Sie tun es einfach. Sie tun es gut.

 

"Margret, begegne Deinem Gegner mit einem offenen Herz. Und dann umarme ihn."

Jenen Satz schenkte mir vor nicht allzu langer Zeit ein Meister. Bei einer Übungsstunde im Tae Kwon Do.

Seitdem arbeitet er in mir.

Ich hüte ihn wie einen Schatz.

 

Immer und immer wieder murmele ich diesen Satz wie ein Mantra vor mir her. Soviel Weisheit. Soviel Würde. Soviel Liebe.

 

UMARMEN...

 

Was Du umarmst, das hast Du gern. Du entschließt Dich einfach, es zu lieben.

Du breitest beide Arme aus, während sich auf Deinen Lippen ein Lächeln malt. Und je mehr Du Deine Arme öffnest, je weiter Dein Brustkorb wird, je mehr öffnest und dehnst Du auch Dein Herz. Du atmest ein. Tankst Leben. Füllst Dich mit Liebe, strechst Deine Seele, lädst ein – zu einem Stammtisch in Dein Herz.

Es ist ein Mechanismus, der Dich dem Leben nahe bringt. Der Dich mit "dem was ist" verschmelzen lässt. Ein Mechanismus, der Bereitschaft von Dir fordert. Die Bereitschaft, Dich radikal zu öffnen.

Wenn Du verkrampft bist, kannst Du nicht umarmen. Wenn Du verkrampft bist, lehnst Du ab. Oder Du hältst fest.

 

Ich mag des englische Wort embrace. Und es reimt sich auf grace.

 

Eine Umarmung hat unzählige Gesichter. Manchmal ist sie stürmisch. Voll sehnsüchtiger Ungeduld zweier Liebenden, die zu sterben drohen, können sie sich nicht unverzüglich ineinander verbeißen.

Manchmal ist sie zaghaft, sanft. Wie in Zeitlupe in Zeit und Raum gemalt. 

Oft ist sie ein Sieg. Noch mehr sogar. Ein Triumph über Trennung. Ein Triumph über schale, abgestandene Angst.

 

Kannst Du arm sein, wenn Du umarmst?

Eine Umarmung macht Dich augenblicklich reich.

Sie bringt Dich in die Fülle.

Ans Ufer Deiner Quelle.

Zurück zur Unversehrtheit.

Hin zur Mutterbrust vom Leben.

Sie ENT-SCHEIDET.

Sie heilt.

Verbindet.

Schafft Nähe.

Gibt Raum.

Schenkt Freiheit, weil Herz- und Seelentore offen stehen.

Sie lädt ein.

Hält nichts und niemanden fest.

Sie liebt und akzeptiert, was gerade ist.

Sie stiftet Frieden, isst Gegner wie Gummibärchen-Bataillone auf.

Sie halbiert die Zwei auf Eins.

Erlebnis von heute

Gerade komme ich vom Tierarzt.

Das Leben prüft mich. Immer mehr. Immer öfter. Immer radikaler. 

Lebe ich, was ich schreibe? Ist es nur Schall und Rauch?

 

Als ich vom Joggen komme, spiele ich noch eine Runde Ball mit meiner Jacky (Parson Russell Mädchen). 

Ich liebe es, mit ihr zu spielen. Sie spielt wie ein junger Hund.

Beim Spielen rollt der kleine gelbe Tennisball ins nahe Gebüsch.

Vergnügt und übermütig springt Jacky hinterher, um ihn zurückzuholen.

Es raschelt ungewöhnlich laut im Strauch.

Jacky schreit. Nein. Sie quietscht. In hohen Tönen.

Dann kommt sie angerannt.

Blutüberströmt.

Im Gebüsch faucht eine dicke, graue, große Katze.

Mein Herz klopft schnell. 

Ich sehe Blut und Jackys Wunden. Sie tun meiner Seele weh.

Schnell renne ich nach oben, um sie mit einem Küchenhandtuch zu verarzten.

Ich nehme das beste, dass ich habe.

Der rechte Vorderlauf ist angeschwollen. Dort hat die Katze reingebissen.

Unterm Kinn und an ein paar anderen Stellen rinnt ebenfalls noch Blut.

Ich streichle meine Jacky. Bin sauer auf die blöde Katze.

 

Da klingelt es im Oberstübchen. Einer meiner Beobachter, der Oberlehrer mit Nickelbrille und strengem Blick,  meldet sich zu Wort.

 

"Margret, schreibst Du nicht gerade übers UMARMEN?"

"Jawohl Herr Lehrer, das tue ich!"

. "Na dann umarme mal die wunderbare Katze."

 

Ich bin verdutzt. Gesagt getan. Ich stelle mir die dicke, graue Katze vor. So – als wäre sie meine. Mit weichem Fell. Und Samtpfoten. Vielleicht hat sie auch ein paar Blessuren davongetragen? Hat sie sich nicht einfach nur aus Angst gewehrt? Oder – weil sie ihr Revier verteidigt? Oder weil die Rivalität zwischen Hund und Katze ihr eben eingetrichtert worden ist? Weil sie in der Hausordnung steht?

Auf einmal kann ich die Situation von oben sehen. 

Ich breite meine Arme aus und ziehe die Katze – samt verwundeter Jacky  – in mein Herz. Dort wird es warm. Jacky und die Katze sind hier in meinem Herz Geschwister. Der Kampf ist vorbei. In mir herrscht nun Frieden.

 

Dann fahre ich zum Tierarzt. Nach Aathal. Christian ist ein wunderbarer Arzt. Ich habe ihn beim Joggen kennengelernt. Und mit ihm zusammen meine Hypnoseausbildung absolviert. 

Zuerst kriegt Jacky ein paar Streicheleinheiten. Dann ein Läckerli. Dann eine Spritze. Und noch eine. 

Christian rasiert Jacky das Fell über der Wunde ab. Danach gibt es noch ein paar Läckerli. 

 

Ich bezahle gerne die Rechnung vom Kampf mit der Katze. Das Wechselgeld will ich in die Kaffeekasse stecken. 

Die Kaffeekasse ist schwarz weiß.Hat Ohren. Und einen Schwanz. Auch der Rest sieht ganz nach Katze aus. 

Ich lächle.

Christian lächelt auch: "Der Inhalt geht an obdachlose Katzen".

"Na wenn das so ist, dann runde ich auf.

Ich spende 8 Schweizer Franken für obdachlose Miezen und fahre mit meiner Jacky zurück nach Hause.

Na, wenn das kein UMARMEN WAR?

 

Die Technik des Umarmens

Es ist leicht, bei Sonnenschein und blauem Himmel Deinen Lieblingsmenschen zu umarmen. Verzückt und übermütig zwischen Sonnenstrahlen hin und her zu hüpfen. In Euphorie zu fallen. Liebesgeschichte neu zu schreiben.

Doch wie sieht es bei grauem Himmel aus?

Bei pechrabenschwarzer Nacht?

Wenn kein Fünkchen Licht in den Kammern Deines Herzens brennt? 

Wenn Zweifel, Kummer und meterdicke Ängste an Dir reißen? 

Wenn Deine Hoffnung längst im Sterben liegt?

 

Umarmst Du dann? Kannst Du die Liebe für Dich selber spüren? Behältst Du dann den Adlerblick? Kannst Du von oben sehen, was Dich von unten schreckt?

JETZT LERNST DU UMARMEN

Die dunkelsten Stunden sind Deine Meister. Wenn sich die Sonnenuhr in Schatten hüllt. Wenn kein Stern sich zeigt. Wenn Du die Illusion der Trennung volle Pulle spürst.

Hier zeigt sich, ob Du vorwärts kommen, ob Du Dich entwickeln willst.

 

WILLST DU? 

 

Dein Leben wird Dich immer wieder fragen, wird Dir am Ärmel ziehen, an Deiner Türe klopfen, sich vor Deine Füße werfen, damit Du darüber stolpern musst. Es wird Dich nicht in Ruhe lassen. 

Du kannst jammern. Du kannst die Welt und Gott und auch den Himmel selbst verfluchen. Du kannst das Opfer sein und Deine "Schuld" in fremde Schuhe schieben. 

Das alles kannst Du tun. Und es ist ok. Du hast das Recht, Dich in dieser Welt als Opfer zu erleben. Du hast die Wahl. Wird es Dir nützen?

Wird es Dich retten?

Und rettet es die goldene Mitte Deiner Welt, die mal wieder aus dem Rahmen fällt?

Wirst Du weiterkommen?

Werden so kühne, unerfüllte Träume wahr?

 

DIE ANTWORT LIEGT IN DIR.

 

Es gibt kein Richtig. Es gibt kein Falsch. Es gibt nur das, was Du draus machst.

 

PROBIERE ES MIT UMARMEN

 

1. Nimm Dir ein paar Figuren. Stelle die Situation auf einen Teller, auf ein (Ikea) Käsebrett. 

2. Sieh Dir den Ausschnitt Deines Films von oben an. Du bist Regisseur, Drehbuchautor, Hauptdarsteller und Publikum

    zugleich. Die Szene ist schon da. Du kannst sie jetzt nicht wandeln. Es ist, wie es ist.

3. Breite nun Deine Arme aus. UMARME alles, was gerade ist. Leg die Arme um den Teller. 

4. Atme tief und langsam ein. Ziehe die umarmte Situation samt Atemzügen langsam in Dein Herz.

5. Halte inne. Spüre, was passiert. Wie Du Dich fühlst.

6. Erkenne Dich als Schöpfer an. Sage: ICH BIN DER SCHÖPFER. MEIN IST DIE MACHT. ICH NEHME AN. ICH

    AKZEPTIERE, ICH UMARME, WAS SICH GERADE ZEIGT. ICH SAGE JA ZUM WANDEL:

7. Spüre wieder. Fühle, wie sich das anfühlt.

 

Jetzt kann Wandel sanft geschehen. Jetzt kannst Du eine neue Szene in Deinem Filmchen drehen. Jetzt bist Du wieder Regisseur, jetzt hast Du aufs Neue Macht.

 

Ich werde mich immer und immer wiederholen. Bis der Groschen in der Übungskasse fällt. Du MUSST üben, wenn Du Meister werden willst. 

Ob Lesen, Schreiben, Laufen, Fahrrad- und Autofahren, Kochen, Tanzen, Malen, Singen. Sogar der Sex: alles fing mit Übung an. Du kannst tausend Bücher lesen. Du kannst es verstehen, kapieren, verinnerlichen, auswendig lernen.

Du kannst über Dein Wissen eine Predigt halten. WENN DU NICHT ÜBST, IST ALLES SCHALL UND RAUCH.

Es bringt Dir nichts. Du kommst nicht weiter. Du diskutierst die Straßenkarte von Paris und kommst doch niemals an.

Du wirst den süßen Duft Paris´nicht riechen. Wirst sein Baguette nicht kosten und der Eiffelturm bleibt unbezwungen.

Moulin Rouge mahlt ohne Dich.

 

Willst Du dabeisein: ÜBE: täglich, stündlich, immer dann, wenn es von Nöten ist. Fülle Dein Leben. Erfülle Dich. 

 

 

 

Umarmungen und Gesundheit

Das sagt Wikipedia...

Es wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich Umarmungen positiv auf die Gesundheit auswirken. Studien haben gezeigt, dass sie die Bildung der Hormone Oxytocin und Prolaktinfördern, den Blutdruck reduzieren sowie eine vorbeugende Wirkung gegen Depressionen besitzen.[6][7]

Das Unterbewusstsein selbst – unterscheidet nicht zwischen Vorstellung und Realität.

Es macht keinen großen Unterschied, ob Du Dir bildlich vorstellst, Deine Zähne herzhaft in eine Zitrone zu hauen, oder ob Du es tatsächlich tust. Dein Speichel fließt.

Wenn Du täglich umarmst: Situationen, Menschen, Gelegenheiten – real oder in Gedanken – es funktioniert. 

Dein Wohlbefinden steigt, Dein Teint wird strahlend, Deine Beziehungen heilen, Du siehst fantastisch aus.

Und ganz nebenbei erledigst Du wertvolle Arbeit. Du liebst die Gegner weg. Du vergibst: Dir selbst und einem anderen.

Wenn Du umarmst, findet Vergebung statt. Alles andere ist nicht Vergebung. Alles andere wäre Selbstbetrug.

Hier schreibe ich weiter...