2. Schlüssel: AKZEPTIEREN

Nimm alles an!

Du hast Dich erforscht, geduldig beobachtet, hast Deinen Wunden auf den Zahn gefühlt. 

Jetzt hast Du eine Ahnung, wann immer Du aus dem göttlichen Rahmen der Selbstliebe fällst.

Nun geht es richtig los.

AKZEPTIEREN heißt das Zauberwort.

 

Dieser Schlüssel verleiht pure MAGIE.

Jeder weitere Schlüssel bedeutet Feintuning. Wenn Du nur diesen zweiten Schlüssel nutzt, benutzt und in jedem Schlüsselloch probierst, wirst Du bald Meister sein.

Die größte Herausforderung Deines Lebens:

Vergiss Vergangenheit, lass Zukunftspläne ins Wasser fallen, falle ins JETZT

JETZT ist, da Du diese Worte liest.

JETZT ist, wenn Du Atem holst und den Weg der Luft in Dir verfolgst.

JETZT ist die Pause zwischen zwei Gedanken.

JETZT ist der Boden, den Du unter Deinen Füßen spürst.

JETZT ist Dir gewahr zu werden, dass und woran Du denkst.

JETZT ist, das Glück des Augenblickes auszukosten, das Glück, dass Du frei von wertenden Gedanken bist.

Übe Hingabe an den nagelneuen Augenblick

Hingabe ist Akzeptieren in reiner Form

Es ist, wie es ist.

Alles, was Dir in Deinem Leben gerade vor die Füße und in die Hände fällt, das ist.

Ob Du es willst, oder eben nicht: es ist schon da.

Es bringt nichts, sich darüber aufzuregen.

Es bringt nichts, dagegen anzukämpfen.

Es bringt auch nichts, den Ist-Zustand zu verändern. Was Du verändern willst, das akzeptierst Du nicht.

Zuallererst MUSST Du akzeptieren, wenn Du es ändern willst.

 

Du hast einen Kuchen gebacken, der aus Unachtsamkeit zu lange in der Röhre blieb. Du hast ihn schmoren lassen, nun gleicht er einem Stückchen Kohle. Mit Erdbeeren und Pudding drin.

Na und? Nimm den Kuchen an. Du kannst ihn nicht in ein Meisterwerk verwandeln. Er IST bereits ein Meisterwerk. Er ist das Werk eines Meisters, der noch am Üben ist. 

Akzeptiere den Kuchen, seinen Zustand und seine Verbrennungen dritten Grades. Er ist für dich durchs Feuer gegangen. Er hat Deine Anerkennung und Dein Mitgefühl verdient. Und einen Abgang, der seine Schmerzen lindert. Tröste ihn, streichle ihn, umarme ihn. Freue Dich an dem Erlebnis, das Dich reicher macht. Schmeiss ihm eine schöne Totenfeier. Schiesse ein Foto, um ihn festzuhalten, ihn zu akzeptieren, ihm zu danken. Dann begrabe ihn. 

 

Verfahre mit jeder Panne in Deinem Leben auf die gleiche Weise. Segne, akzeptiere, umarme, schiesse alles in Dein grosses Herz. Lass Liebe fliessen. Sei demütig und voller Dankbarkeit.

 

Kampf macht frustriert, alt und schlapp. Bald gleichst Du einem Zombie. 

Immer dann, wenn Du gegen Deine Schöpfung kämpfst, immer dann, wenn Du das Ergebnis Deiner Genialität verändern willst, immer dann kämpfst Du mit einem Spiegel. 

Im Außen wirst Du finden, was Du im Inneren schon  bist. Jede Korrektur im Außen kommt einem Schlag in Deinen Spiegel gleich. Er wird zerbrechen. Du wirst Dich schneiden. Ein neuer Spiegel wird erscheinen. Das Spiel beginnt von vorn.

Erinnere Dich! In jedem Augenblick! Was Du im Aussen siehst, ist nur Dein Siegelbild.

Das Spiegelbild der Welt ist träge. Zäh wie Kaugummi verwandelt, reformiert es sich. Minimal, Du brauchst `ne Lupe. Das ist zu Deinem Schutz. Würde es auf jeden Deiner Gedankensprünge unverzüglich reagieren, wärst Du bereits schon tot. Morde, Selbstmorde und Verbrechen geschähen im Sekundentakt.

"Ich wünschte, Du wärest nicht geboren!"

"Mir fällt die Decke auf den Kopf!"

"Die bring ich um!"

"Der soll elendlich verrecken!"

"Ich wünschte, ich wäre tot"

"Du hast mein Herz herausgerissen!"

Wie oft denkst Du lieblose Gedanken? Wie häufig hast Du in Deiner mörderischen Fantasie jemanden um die Ecke gebracht? Na also.

Schöpfung funktioniert zu Deinem Schutz. Das Universum zählt und wertet aus. Am Ende eines jeden Zyklus wiegt der Himmel Deine Gedanken. Was überwiegt? Liebe? Angst?

Die Quintessenz zeigt sich im Spiegel.

 

Akzeptiere. Nimm an. Schliesse Frieden mit Deiner Schöpfung. Umarme jede Spiegelung, die sich in Deinem Leben zeigt. Sage: "Aha, das sind meine gebündelten Gedanken und Gefühle der letzten Zeit." 

 

Ich spiele gerne mit Playmobil-Figuren. Figuren und Situationen stelle ich auf meinem Ikea-Käseteller nach. Den kann ich nach Belieben drehen, damit mir kein Blickwinkel entgeht. Dann schaue ich mir die Situation "von oben" an. Meta-Perspektive tut gut. Raus aus der Opfer-Rolle, fühle ich mich schnell als Schöpfer. 

Wenn ich genug entdeckt, beobachtet und gesehen habe, umarme ich den Teller, mit allem "Käse" der drauf liegt. Mit allen Löchern, allen AHA-Effekten, mit jeder Maus, die daran nagt. Ich ziehe alles in mein Herz hinein. Ich tanke Kraft und finde Frieden.

 

Gib Bewertungen auf

Seit Du reden kannst, bewertest Du Dein Leben. Dies ist gut, jenes ist schlecht. Du entwickelst Vorlieben und Aversionen. Frei nach dem Motto: "Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen" 

 

Das Ego ist ein Jäger und ein Sammler. Und es sortiert aus: Menschen, Situationen, Dinge. Im Sinne seiner persönlichen Vorliebe.

Und so zwingt Dein Ego Dich, aus dem Moment der AKZEPTANZ herauszufallen. 

Es zwingt Dich, wie Rotkäppchen vom Wege des Hier und Jetzt abzugehen, hinein in den tiefen, dunklen Wald. Dort, wo der böse, gefrässige Wolf lauernd seine Zähne fletscht. 

Sobald Du anfängst, eine Situation zu bewerten, hat Dich der böse Wolf bereits verführt. Er ist nicht dumm. Er steckt in einem  Schafspelz. Modisch, top-gestylt. Von einer Luxusmarke. Mit Nieten, Strass und coolem Label drauf. Er sieht gut aus. Er riecht noch besser. Er hat Status und Symbole. Er ist in. Er glänzt auf jedem Titelblatt. Er hat die Medien auf seiner Seite. Und Du bist völlig ahnungslos. Du folgst dem Trend, auf diese Weise folgst Du ihm. Dem bösen Wolf. Und ruckizucki hast Du Deinen Weg vergessen. Und wenn Du tief genug ins Dickicht eingedrungen bist, dann schnappt er zu, der Meister Isegrim. Er hat es noch nicht einmal nötig, seinen Schafspelz abzulegen.

Er frisst Dich einfach. Mit Haut und Haar. 

 

Immer dann, wenn Du bewertest, kannst Du sicher sein, dass Du mehr von dem bekommen wirst, was Du ablehnst. Denn Du akzeptierst es nicht. Aus diesem Grund werden die "schlechten Dinge" immer mehr. Deshalb war früher alles besser. Solange Du bewertest, kannst Du niemals glücklich sein. Du wirst nimmermehr erfahren, was eine Situation wirklich bedeutet.

 

Jedes Ereignis ist ein Geschenk, manchmal mit Schleifen aus Stacheldraht

Wenn Du die Geschenke Deines Lebens erkennen möchtest, musst Du bereit sein, die Bewertungen aufzugeben. Gib Dich komplett dem Spektakel der Erfahrung hin, das sich Dir gerade bietet. Sei neugierig. Und geschmeidig. Warte ab, wie in einem guten, hoch dotierten Film. Vom besten Regisseur. Spielberg vielleicht. Wenn Du ins Kino gehst, dann gibst Du Dich der Entwicklung des Filmes hin. Du lässt Dich faszinieren. Du bist gespannt, wie es weitergeht. Vielleicht hälst Du Deinen Atem an, vielleicht wirst Du nervös, vielleicht steigt Angst in Dir auf. Vielleicht fummelst Du zwischendurch auch mit Deinem Sitznachbarn. Vielleicht musst Du aufs Klo. Doch die meiste Zeit lehnst Du Dich zurück. Du fieberst mit, Du surfst auf den Wellen vom Abenteuer, vertraust dem Regisseur, erwartest das große Happy-End.

 

In Deinem Leben bist Du der Regisseur. Oft wirst Du vergessen, dass Du das Drehbuch geschrieben, die Darsteller gecastet, den Film mit Abenteuer angereichert hast. Du schläfst. So – wie ich oft schlafe. Du hast keinen blassen Schimmer, was das hier werden soll.

Schlafen ist menschlich. Nicht weiter schlimm. Ich bin auch in der Schule des öfteren eingepennt, ich habe mein Abi trotzdem geschafft. In den wichtigsten Momenten habe ich zugehört. Da war ich wach.

Meine Lehrer haben sich andauernd wiederholt. Immer und immer wieder. Sie tun es heute noch. So, wie ich mich immer und immer wiederholen werde. 

Es macht nichts, wenn Du manchmal pennst. Ich werde Dir die Gebrauchsanleitung zum Glück wieder und wieder zu Gemüte führen. Ich werde sie malen, sie für Dich singen, sie Dir liebevoll um beide Ohren hauen. Und ich werde sie schreiben. Mit allen Worten, die mir zur Verfügung stehen.

Als der Zoll mein Auto beschlagnahmt hat...

So, wie ich ab und an penne, so übe ich. Mit Freude und mit Disziplin.

An einem Sommertag 2016 beschlagnahmte der Schweizer Zoll mein Auto. Ich war – wie so oft – auf dem Heimweg von Singen nach Zürich. Noch immer fuhr ich mit einer deutschen Autonummer, obwohl ich längst in Zürich wohnte.

Es gab nie ein Problem. Bis zu diesem Tag.

Der Zoll eröffnete mir freundlich-korrekt, dass ich nicht berechtigt bin, das Auto mit der deutschen Nummer zu fahren.

 

Nach Hause fahren, Auto abstellen, Papiere dem Zoll übergeben, Leihwagen mieten. Und innerhalb eines Monats den Wagen verzollen...

 

Das waren die Auflagen, die der Zoll mir auferlegte. 

Ich hatte eine Freundin zu Besuch, am Abend einen TV-Auftritt – 100 km entfernt – und jede Menge Arbeit. Und ich liebte meinen Hugo (so hieß jenes Auto). 

Normalerweise rege ich mich in solchen Momenten tierisch auf. So richtig. Mit Ausflippen, Schimpfen, Fluchen und allem Drum und Dran. Nicht so in diesem Moment. Eine sehr klare innere Stimme sagte: "Margret, bleib ganz ruhig, dabei kommt das Beste heraus."

Ich blieb ruhig. Gab mich der Situation in Demut hin und erledigte alle Aufgaben freundlich, ohne zu Murren. Der Leihwagen kostete mich 700 SFr. 

Als ich am nächsten Tag dem Zoll die Auto-Papiere übergab, lächelte mich der Zöllner an. "Ich habe mit meinem Chef gesprochen. Wir überlassen Ihnen ihr Auto noch für einen Monat. In dieser Zeit müssen sie es verzollen."

Was für eine Erleichterung. Das war jedoch noch nicht alles. 

So eine Autoverzollung erfordert eine Spedition, die schnell 500 SFr und mehr berechnet. Das Auto muss taxiert und der aktuelle Wert berechnet werden. 

Der nette Zöllner sagte: Ich erledige das für Sie. Dann sparen die die Spedition. Außerdem berechnete er einen wirklich niedrigen Zeitwert, so dass ich kaum Zollgebühren bezahlen musste. 

Alles in allem hat mir diese Geschichte sehr viel Glück gebracht. 

Das Auto hätte ich sowieso verzollen müssen. An einem anderen Tag, zu einer anderen Zeit. Durch jene Wendungen und mein Vertrauen habe ich trotz Leihwagen etwa 1000 SFr gespart.

Seit dieser Zeit übe ich mich fast ununterbrochen in Akzeptanz. Manchmal gelingt es mir mehr, manchmal weniger. Immer macht es Spaß.

Im Fegefeuer vom Gefühl

Bleibe im Gefühl

Akzeptanz bedeutet Achtsamkeit. Achtsamkeit ist rar wie Gold. Sie ist etwas, was wir kaum kennen. Achtsamkeit bedeutet:

NICHT ZU DENKEN.

 

Immer dann, wenn Du denkst, bist Du nicht achtsam. Du bist nicht im Moment. Im Gedankenparlament ist Achtsamkeit nicht möglich. Dort bewertest Du, erzählst Geschichten. Fällst ein Urteil. Stimmst ab. Verzerrst, verallgemeinerst, löschst.

 

Angenommen, Dein Lieblingsmensch hat sich gerade von Dir getrennt:

Er hat Dich nicht geschlagen.

Er hat Dich nicht gefoltert.

Er hat Dich nicht umgebracht.

Er hat Dich einfach verlassen.

 

Das ist ein Tatbestand. Es ist einfach. Nicht mehr und auch nicht weniger. Er hat beschlossen, die Form Eurer Beziehung zu verändern. Vielleicht hat er beschlossen, neue, eigene Wege zu gehen. Vielleicht allein.

Vielleicht hat er beschlossen, sich einen neuen Lieblingsmensch zu angeln, der seiner Meinung nach gerade besser zu ihm passt. 

 

Von Außen betrachtet, passiert so etwas Millionen mal an jedem einzelnen Tag. Willst Du Sicherheit? Vergiß die Liebe. Menschen finden zusammen. Menschen trennen sich. So war es immer. So wird es immer sein. 

 

Doch jetzt kommst Du. Mit Deinen glorreichen, giftigen Gedanken. Du denkst. Und vielleicht denkst Du jetzt, es wäre schlecht. Absolut schlimm. Miserabel. Unbeschreiblich grausam. Katastrophal. Verhängnisvoll. Gemein. Einfach nicht zu akzeptieren.Du wertest, lamentierst, gehst ins Drama.

Du weißt zwar nicht, was Deine Seele will,  hast keine Ahnung, welches Geschenk sich da gerade offenbart. Du bewertest einfach. Du denkst. Du erzählst Dir Geschichten. Du machst etwas daraus. 

 

Das ist der Punkt, an dem ich Dich bitte, etwas NEUES zu versuchen. Mache NICHTS daraus. Lasse es einfach, wie es ist. Fühle. FÜHLE. F Ü H L E !

WENN DU WIRKLICH FÜHLEN WILLST, KANNST DU NICHT DENKEN.

 

Ich wiederhole: Wenn Du wirklich fühlen willst, kannst Du nicht denken. 

Um Dich der ERFAHRUNG VOM FÜHLEN völlig hinzugeben, musst Du den D-Zug Deiner Gedanken zum Stillstand bringen. Du musst die Notbremse ziehen. Du musst aussteigen. Erst jetzt kannst Du fühlen. 

 

Herzlich willkommen in der heißen Wüste vom Gefühl. 

Hier kannst Du brennen. Innerlich. Äußerlich. Mit Seele, Haut und Haar. Der Zündstoff für Dein Feuer sind alte Glaubenssätze, Grenzen, Verhaltensmuster, Urteile, Bewertungen. 

Jetzt brennst Du lichterloh. Sei vollkommen präsent. Setze Dich hin. Völlig regungslos. Stocksteif, wie eine Salzsäule. Eine Salzsäule die sitzt. Alle Bewegung findet nun in Deinem Innern statt. Konzentriere Dich auf alles was passiert. In Deinem Körper, in Deinem Herz, in Deinen Sinnen. 

FÜHLE. Beschreibe das Gefühl. Nüchtern. Trocken. Frei von Urteil. 

 

Es brennt. Mein Körper schmerzt im Brustbereich. Ein starker Druck dehnt sich vom Herzen trichterförmig aus. Wie Wehen pulsier Energie in meinem Oberkörper. Der Druck schwillt an. Auf einer Skala von 0-10 liegt er nun bei 9. Es brennt stärker. Mir wird heiß. ich zittere. Ich schwitze. Jetzt friere ich. Das Feuer brennt. Jetzt hat es mich total erfasst.

Von den Fußsohlen, bis zu den Zehenspitzen. Ich denke dran, den Brand zu löschen. Ich könnte aufstehen, zur nahen Oase gehen. Etwas trinken, mich baden und laben. Ich bleibe. Ich stelle mich. Das Feuer brennt. Ich werde ohnmächtig.

 

Das ist Präsenz. Achtsamkeit. Du bist eins mit Deinem Gefühl. Es ist weder gut noch schlecht. Es ist. Es transformiert.

Akzeptanz ist das Gegenteil von TUN

Wir haben vergessen, wie es ist, zu SEIN. 

Wir sind ständig damit beschäftigt, etwas zu TUN.

TUN ist das Gegenteil von Akzeptanz.

TUN ist Kampf.

TUN ist – etwas verändern wollen.

 

Etwas verändern wollen bedeutet, das, was ist nicht anzunehmen. 

Wir haben uns infiziert. Mit Mode-Grippe: Ego-Alzheimer.

Dadurch vergessen wir was es heißt, zu SEIN. Im Moment zu SEIN. Mit Deiner & Meiner Schöpfung einverstanden zu SEIN.

 

Wir jagen immer neuen, illustren Zielen hinterher, wie Esel einer Karotte. Wir sind vom Drang besessen, etwas zu verändern. Dort – beim Zieleinlauf – ist es noch immer längst nicht gut genug. Es MUSS noch besser werden. Eine größere Karotte muss her. Ein neues Ziel. Eine größere Trophäe.

 

Warum ist das so?

Unzufriedenheit ist eine Eigenschaft vom Ego. Sie ist sein Überlebenselixier. Sein Saft, sein Most, sein Kerosin.

Kraulst Du diese Eigenschaft, wirst auch Du niemals zufrieden sein.

Das Ego misst sich nämlich gerne. Ununterbrochen. Es misst, vergleicht, analysiert. Gleicht sich mit anderen Egos ab. Urlaub will es keinen. Zufrieden ist es praktisch nie. Denn dafür ist es eben nicht designt.

Das Ego ist ein Workaholic. Und Kampfmaschine Deines Lebens. Dein Rottweiler. Dein Wolf im Schafspelz.

Dein weißer Hai.

 

Es kann nur EINEN geben.

Das Ego kann keine Konkurrenz ertragen. Es will sich messen, es will immer erster sein. Es glaubt nämlich, dass es sterben kann. Deshalb glaubst Du, dass Du sterben kannst.

In dieser Hinsicht hat das Ego recht. Es kann sterben. Denn es ist ein Algorithmus, ein Programm, dass man löschen kann. Doch wenn das Ego stirbt, dann wirst Du frei und besser leben. Denn Du hast die Illusion vom Kampf durchschaut. Du hast kapiert, dass Du immer nur gegen Dich selber kämpfst. Mit jedem Gegner, den Du auf die Matte schmeißt. Mit jedem Ereignis, dass Du in Gedanken ausradierst, als wäre es nicht passiert. Mit jeder Veränderung, die Du manipulierst.

Du kapierst, dass es da draußen in der Tat nur einen Einzigen gibt. Nämlich Dich. Alles andere ist Reflexion. Lass Dir Zeit, mit dieser Erkenntnis. Sie ist der allergrößte Schatz. Du musst ihn jetzt nicht heben. Die Zeit wird kommen, da der Groschen fällt.

 

Leben ist Wandel, Leben ist pulsierende Veränderung.

Es ändert sich stets und ständig alles. Denn das IST Leben. Was sich nicht verändert, das lebt nicht. Und das ist quasi unmöglich. Denn der Tod ist eine Illusion. 

Wenn sich also sowieso schon alles ändert, wieso legen wir Hand an diese Veränderung? Ziehen wir am Gras, damit es schneller und in eine andere Richtung wächst? Färben wir es grüner? Wird es dann frisiert?

Fehlt uns Vertrauen in unsere Genialität? In unseren Masterplan?

 

 

Beobachte einen Baum

Er TUT nichts. Er IST. Er IST genial. So wie Du genial bist. Du hast es nur vergessen. Und weil Du es vergessen hast, kämpfst Du gegen diese Genialität. 

 

Der Baum nimmt an. Er hat kein Ego. Er wächst, er gedeiht. Er entfaltet sich. Im Herbst wirft er seine Blätter ab. Er lässt los. Es gibt nichts festzuhalten. Er jammert nicht. Er winkt mit seinen Zweigen den Blättern hinterher.

Jedes Blatt tanzt durch die Lüfte, lässt sich treiben. Weht, fliegt, schwebt seiner Bestimmung entgegen. Vielleicht wärmt es einen Igel bei seinem Winterschlaf? Vielleicht wird es von Kinderhänden aufgehoben und in ein Lieblingsbuch gelegt?

Vielleicht bleibt es auf dem weichen Boden liegen, in der Nähe seines Baumes. Zerfällt, verändert sich, kehrt als düngende Kraft zu seinem Baum zurück.

 

Nichts TUN ist SEIN. Nichts TUN ist höchstmögliche Veränderung im Sinne der Bestimmung, im Sinne Deiner Essenz.

Nichts TUN bedeutet lauschen, akzeptieren, wissen. Wissen – das der Wandel Dein ist.

Ich rede nicht davon, dem Wandel aus dem Weg zu gehen, sich abzulenken, sich zu vergnügen. Ich rede nicht vom süßen Müssiggang, bei dem die Sinne in tiefem Nebel schweigen.

 

Ich rede von Gegenwärtigkeit. Von purer, frischer Existenz. Von Neugier und von Staunen.

Wahre Akzeptanz erfordert Achtsamkeit. Aufmerksamkeit, Präsenz. Und Stille, damit Du hören, fühlen, sehen, riechen, schmecken kannst. Damit Du Dich weich machst im Geburtskanal. Damit Du Dich entspannst.

 

Gibt es dann einen freien Willen, wenn Du nichts ändern kannst?

Und ob. Den gibt es. Indem Du BIST, im Hier und Jetzt, offenbart das Leben seinen Schatz. Der Vorhang fällt. Zum großen Buffett vom Leben. Das Angebot ist reich. Hier gibt es nichts zu kämpfen. Hier greifst Du zu. Du wählst aus allen Möglichkeiten. Dieses Buffett ist für DICH bestimmt. Es bekommt Dir gut. Es liegt Dir leicht im Magen. Es nährt, stärkt und heilt Dich auf wundersamen Art. Und es schmeckt. Besser als Du je gegessen hast.

 

Und hier geht es weiter: zum dritten Schlüssel der Selbstliebe...