9 Eremit

Auf den Spuren Deiner Seele

Er hat sich wieder auf den Weg gemacht. Er macht sich leer, kippt altes Wissen aus, füllt sich mit Vakuum, empfängt die sternenfinstere Nacht. Jedes Schnipselchen Idee, jedes Quäntchen Geistesblitz, jeder Baustein Konzept muss draußen bleiben. Der EREMIT liebt das übergroße Nichts. Dort kommt er her, dort wird er ewig sein.

Dort ist er Schöpfer, dort wird er geschöpft, dort zerfällt er im Moment zu Sternenstaub.

 

Er weiß: Sein Leben ist nur ein gebasteltes Konzept.

Ideen wie Legosteine ineinander gesteckt, zu Kunstwerken verschmolzen, zu Materie gemacht. Aus dem Nichts schöpft er am Besten, also sucht er es und lädt es ein.

 

Im Nichtswollen lässt Deine Absicht Dir Kometen fallen. Wo das Ego schweigt, flüstert das Glück.

Liebe: Der Eremit im Tarot

Wir wollen viel zu viel. Wir erwarten noch viel mehr. Immer von den Anderen.

Ist der Hocker der Zufriedenheit nicht attraktiv genug? Ist er zu hart?

Wollen wir nicht gern alleine sitzen? Was wollen wir?

 

Der EREMIT hat einen guten Rat.

Hilf Dir selbst, hab Dich alleine lieb. Nur dann wirst Du mit Liebe überschüttet.

Auch vom Lieblingssubjekt. Vergiss alles, was Du jemals über das "Konzept LIEBE“ vernommen hast. Mach Dich leer. Erschaffe neu.

 

Erfahrungen sind oft wie Blei am Fuß der Liebe.

Du gehst unter, ersäufst in ihrem Meer. Auf Deinem Grabstein steht: „Ich hab es ja gewußt.“

 

Wer neue Erfahrungen machen will, muss vergessen, was er eben weiß.

Ändere die Geschichte. Schreib Dein Märchen neu.

Wisse, dass Du gar nicht weißt. Weil Du erst wissen kannst, was Du erschaffen hast.

Spiele eine neue Runde: „Selbstliebe ist geil“. Hab Dich selber gern. Mach Dich leer. Wirf Amnesiepillen ein.

Staune wieder.

Erfinde Beziehungen völlig neu. Zuallererst das Techtelmechtel mit Dir selbst.

Danach die Liebschaft zu Deinem Lieblingskandidaten.

Sex: Der Eremit im Tarot

Mach es Dir mal wieder selbst. Vorher. Zuallererst. Vielleicht auch zwischendurch. Keine Ahnung, was Du vorhast.

Probiere etwas Neues mit Dir selber aus. In Gedanken und in Wirklichkeit. Masturbation törnt an. Schaut Euch gegenseitig zu, bevor ihr gemeinsam zum Finale übergeht. Telefonsex, die heiße Nummer via Skype. Worauf hast Du Lust? Ferne kann so nah sein.

Beruf: Der Eremit im Tarot

„Ich weiß, dass ich nicht weiß.“ Aus pochendem Nichtwissen gebärt sich Genialität.

Wenn Du geduldig im Vakuum zappelst, wenn Du Leere nicht nur aushältst, wenn Du mit ihr kokettierst, dann knallt es mit Getöse.

Dein Urknall passiert: wie ein Komet im Rückwärtsgang.

Er steigt empor, entzündet das Vakuum, schluckt die Leere, füllt sie mit Glanz. Bis zum Rand. 

 

Manchmal suchst Du Indien und entdeckst Amerika. Weil Amerika Deine Bestimmung ist.

Vergiß den Stolz, kraule das Ego und gib den beiden Flitterwochen.

Die Seele will ran. Sie will sich im Nichtwissen tummeln, will sich von Dir finden lassen,

damit Du Seelensegel setzen kannst.

Mensch: Eremit im Tarot

Ein Robinson Crusoe ohne Freitag.

Ein Neuzeiteremit, der am sinnigen Strang des Lebens zieht.

Eine, die es liebt allein und bei sich selbst zu sein, damit ihr einfällt, wer sie ist.

Ein perfekter Partner, der sich um sich selber sorgt.

Tipp des Tages

Meditiere, wenn Du es kannst. Mache Dich vollkommen leer.

Lass die Gedanken wie Wellen an Deiner Oberfläche schaukeln.

Tauche tiefer, mit jedem Atemzug. Suche Leere, schwimme mit Delphinen, finde Glück.

Assoziationen zum Eremit

Einer, der auszog, den Sinn zu finden

Selbstgefühl durch Einsamkeit

Im Außen ist nichts zu finden. Die Schatzinsel liegt in Dir selbst 

Die Wurst der Ernsthaftigkeit mit dem Senf der Gelassenheit

Einsamkeit unter vielen Menschen

Drei Dinge zum Glück: Bescheidenheit, Dankbarkeit und Demut

Seltene Art von Seelenverwandtschaft, hier gehen zwei gemeinsam durch dick und dünn

Jemand, der in sich ruht

Ein sozialer Eremit

Zurückgezogenheit

Jemand, der gerne allein arbeitet

TARI TARA TAROT – Orakel

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