TARI TARA TAROT – Autor: Margret Marincolo

Konzentriert-versunken hämmert das junge Mannsbild (auf der SECHS DER MÜNZEN) leidenschaftlich darauf los. Als gälte es, die Welt zu retten. Das tut er auch, er rettet seine. Inbrunst und Lust führt er in hoffnungsvollem Schilde, mit dem er sich vor Angst und Trägheit schützt. Sein steter Fokus wird zum Krokus. Früh blüht Erfolg in beruflich-frischem Beet. Selbstsicher zeigt er, was er kann, ohne anzugeben, er wirbt, denn was er tut ist gut.
Menschen sind Egoeigentum: Sie gehören nur sich selbst allein. Du kannst sie nicht besitzen, doch Du kannst so tun, als ob. Zu guter Letzt trennt sich die leere Spreu vom bedeutungsvollen Weizen. Spreu bleibt dem Klammeraffen als Besitz. Großartige, unzählige Möglichkeiten warten auf Deine schönste, lustvollste Version von Liebe, damit Freudentränen fließen und Dein Herzchen Polonäse tanzt.
Der Hierophant thront bewandert-erlaucht auf seinem Juchhe, inmitten zweier Säulen. Zwischen zwei Stühlen sitzt er nicht, er hat Sinn und Platz längst gefunden, wählt reinigende Innenschau statt TV, gibt weiter, gibt sich hin. Sanft verbindet er das Rechte mit dem Linken, das Oben mit dem Unten, das Nördliche mit dem Süden, das Herz mit dem Verstand.
Yin und Yang, Kopf und Herz, das Linke und das Rechte, Oben und Unten, Alpha und Omega, Tag und Nacht. Gefühl und Verstand, Eva und Adam. Die LIEBENDEN: das polare Prinzip. Nackt und bar stehen sie im Garten Eden, nähern sich an, reichen sich auf halbem Weg die Hände. Es fehlt nicht viel und sie sind eins. Der bunte Engel segnet, schützt, erinnert. Der Berg im Hintergrund treibt es auf die Spitze. Wähle nicht mehr nur das Eine und lass das andere. Vereine Gegensätze, werde reich.
Die ZEHN DER STÄBE hat weit mehr als nur beide Hände voll zu tun. Sie hat den Kanal gestrichen voll. Weiß sie es auch? Einem müden Ackergaule gleich, schiebt sie sich hilflos durch lächelndes Gelände. Sie kann nichts sehen. Ein Stapel Unerledigtes versperrt ihr Ohr und Auge. Sie tut viel mehr, als sie es fröhlich kann. Das bringt sie auf die Liste. Nun ist sie nominiert: für den Vorsitz der Burnout-Partei. Dabei fing alles ganz vielversprechend an.
Aus gezähmter Gier wird kulinarische Geduld. Nichts muss, alles kann. Wenn Du Dein Tier, Deinen Schatten bändigst, gewinnst Du an ungeheurer Kraft. Ein Ruck zuckt durch Deinen Leib, geheimnisvolles Glänzen liegt in Deinen Augen: Du verzauberst Leben mit jedem Blick. Die Zähmung des Widerspenstigen zum Geheimrezept. So beißt die Liebe an.
Wieso erwarten wir, dass uns unser Partner glücklich macht? Dass er bei uns bleibt, unsere Launen erträgt und die Lieblosigkeit, mit der wir nicht nur ihn, sondern auch oft uns selbst behandeln. Wieso betrachten wir ihn als unseren Besitz? Warum macht es uns rasend, wenn er nach Lust und Laune lebt, wenn er glücklich ist, während wir frustriert auf unserer eigenen Ersatzbank sitzen? Wie oft werfen wir uns selbst aus dem Spiel der fröhlichen Zweisamkeit? Wir murren und reiten auf ...
Dornenhecken zerstören Ritter nur im Märchen. Im wahren Leben musst Du es schon selber tun, vielleicht übernimmt es auch das Schicksal. Wenn’s das Leben regelt, schickt es den TURM. Er reißt Dornenhecken nieder, zerbröselt Mauern zu Staub – wie Marmorkuchen, fegt Barrikaden weg – wie welkes Laub. Zuerst bringt er Fall, dann Freiheit. Der TURM ist keine Kata-Strophe, er ist nur eine Strophe aus Deinem Lied.
Von einem der auszog, seinen Sinn zu finden. Pfadfinder auf der Fährte der Gefühle. Suchender vom heiligen Gral. Jemand, der aus Gegnern (Herz und Kopf) endlich Partner macht. Er wird finden, wonach er sucht. Ein kleiner Prinz – auf dem Weg zurück zu seiner Rose.
Auge in Auge stehen sie sich gegenüber: der RITTER DER MÜNZEN und der BUBE DER SCHWERTER. Beständig, verbindlich, solide sitzt der RITTER auf seinem kraftvollen Pferd: Er überbringt ein faires Angebot auf rechter Hand. Lang hat er es ersonnen, an ihm geschmiedet, sich Herz und Kopf zerbrochen, es zu etwas ganz Besonderem gemacht. Was er vorschlägt, darauf kannst Du wetten. Schnelligkeit ist nicht sein Ding, dafür hat sein Handeln Hand und Fuß, Herz und Sinn.

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