Bedürftigkeit oder Liebe?

Bedürftigkeit oder Liebe?

Wenn der Seelenpartner zur Droge wird...

Seelen-Partner-Machen-Schaften

Besoffen ohne Alkohol?

Seit ein paar Monaten schreibe ich an einem Buch über Seelen-Partner-Machen-Schaften.

Es ist weniger Schreiben. Es ist Prozess.

Viele Texte knöpfe ich mir wieder und wieder vor. Streiche, zerpflücke, radiere aus, schreibe neu.

Merke, dass alles vielleicht ganz anders ist. 

Doch Wer schreibt hier Wen?

Es fällt mir auf, dass mich das Buch entwickelt und auf diese Weise entwickle ich das Buch. 

Buchsymbiose: Wir entwickeln uns gegenseitig:

aus der Ahnungslosigkeit Richtung Erfahrung.

 

Seelenpartnerschaften gibt es, wie Sand am Meer.

 

Die Frage ist nicht: WER ist ein Seelenpartner?

Die Frage ist, WEN nehme ich als Seelenpartner wahr?

 

Nur jenen, der in mein romantisch-bedürftiges Gefüge passt?

 

Menschen wandeln mehr oder weniger bewusst durchs Leben.

Vielleicht ist es wie mit Alkohol. Manch einer nippt an einem Schnaps und ist besoffen.

Ein anderer kippt sich das Zeugs literweise hinter die Binde und bleibt weitestgehend nüchtern.

 

 

Seelenpartner sind ein bisschen so, wie Alkohol. Sie machen Dich besoffen,

wenn Du es übertreibst. Und wenn sie weg sind, bleibt ein Kater übrig.

Sie dosieren sich auch in Prozent. 

Verboten sind sie nicht, auch nicht beim Autofahren.

 

Spaß beiseite: Der eine ist sich (s)eines Seelenpartners bewusst, ein anderer nicht. 

Für letzteren sind vielleicht alle Menschen gleich. Nix besonderes eben. Austauschbar.

Wie Schnaps.

Und: jawohl:  Ein jeder hat mit seiner Meinung recht.

 

Seelenpartner haben viele Etiketten.

Dualseelen sind die hochprozentigsten Kandidaten.

Auch wenn Du nicht von ihnen trinkst, wirst Du besoffen.

Manch einem genügt das Wort und schon fällt er ins Delirium. 

Meist reicht es, wenn Du in ihre Nähe kommst.

Der Entzug fällt immer schwer. Aus diesem Grund sind sie so hochprozentig: 

Damit  auch die ignoranten Kandidaten endlich besoffen werden. 

Damit der kalte Entzug besonders grausam wird. 

Damit der Schmerz die letzten Fetzen Illusion von den benebelten Sinnen reißt. 

Damit wir lernen. 

Damit wir heilen.

 

 

Dualseelen sind Seelenverwandtschaften mit den mächtigsten karmischen Verstrickungen. 

Mit dem potentesten Kater alter Inkarnationen. 

Mit Romantik hat das meistens nichts zu tun. 

Eher damit, dass man sich Leben um Leben wieder begegnet, um das Problem endlich zu lösen, um auszunüchtern, um bei sich selber aufzuwachen.

Extreme Vertrautheit verführt dazu, Dich überhaupt auf diese ganze Scheiße einzulassen. 

Nur wenn der Mensch beinahe verreckt, ist er vielleicht dazu bereit umzudenken,

sich selbst zu hinterfragen, den nächsten, bedeutenden Schritt zu machen. In einer Welt,

die viele bedeutende Schritte nötig hat.

 

Wenn Seelenpartnerschaften aus irgendeinem Grunde nicht zu funktionieren scheinen, dann wird  Liebe mit Bedürftigkeit verwechselt.

Meist rennt einer weg. Ich nenne den "Flüchtling" Eigelb. Er will diese Beziehung (noch oder überhaupt) nicht leben.

Und einer rennt dem Eigelb hinterher. Bittet um Asyl. Den nenne ich Eiweiß. 

Dualseelen-Eierlikör: bekömmlich?

Das Eiweiß bettelt gern. 

Und es therapiert noch viel lieber.

Immer den anderen. Es hat tausend gute Argumente für die Liebe, die sein Eigelb gar nicht leben will.

Das Eiweiß mischt sich ständig in die Angelegenheiten seines Eigelbs ein.

Es sucht Denkfehler, die sein Eigelb hat, es stichelt, stochert und gibt meistens keine Ruhe.

Und all das tut es unter der Flagge der Liebe.

Doch das ist keine Liebe. Das ist Bedürftigkeit.

Die Liebe selbst ist ohne Bedürfnis. Sie braucht nichts. Sie ist einfach. 

 

Für mich ist die Liebe immer noch ein Buch mit sieben Sigeln.

Mythen ranken sich um sie. Und Missverständnisse. Oft wie eine scharfe Dornenhecke,

die das Wesen der Liebe abschirmt und verbirgt.

Wir glauben so einiges von und über Liebe.

Immer dann, wenn wir starke Emotionen für ein anderes Wesen haben,

immer dann, wenn wir uns sehnen und verzehren,

immer dann, wenn wir ununterbrochen an einen anderen Menschen denken müssen,

immer dann, wenn wir uns hingezogen fühlen,

immer dann, wenn die Hormone das letzte bisschen Verstand vernichten,

immer dann, wenn die rosarote Brille das Leben in Kitsch und Honig taucht,

immer dann nennen wir das Liebe

 

Doch wer sagt, dass das Liebe ist?

 

Liebe lockt Dich niemals von Dir selber weg.

Liebe gibt einem anderen Menschen keine Macht über Dich.

Liebe lässt Dich niemals leiden.

Liebe ist nicht die starke Emotion, die Du empfindest.

Liebe macht Dich nicht klein und auch nicht konfus

Liebe raubt Dir nicht den Schlaf.

Liebe lässt Dich nicht wie ein Junkie auf eine Nachricht warten. 

Liebe fordert nichts und will auch nichts erzwingen.

Liebe fragt niemals nach der Zeit, weil sie zeitlos ist.

Liebe kennt keine Ungeduld, keinen Kummer, keinen Druck.

Liebe offenbart die Wahrheit, die Dich daran erinnert, wer Du bist.

 

Vielleicht wäre es Zeit, für ein zweites Wort. Vielleicht macht es Sinn,

der romantischen Anhaftung ein eigenes Wort zu schenken.

Ich unterscheide LIEBE und VORLIEBE.

 

 

Liebe selbst ist das, was der Verstand niemals begreifen kann. Sie hat keinen Anfang

und kein Ende, sie dehnt sich ständig aus. Sie webt ihr Netz um jedes Leben, lässt nichts und niemanden aus ihrem Netzwerk fallen. Sie ist bedingungslos, erlegt einem anderen nichts auf. Sie schränkt nichts ein. Sie braucht und fordert nichts. Sie sehnt sich nicht.

Sie wertet und sie wartet nicht, sie hat alle Zeit der Welt. Liebe ist frei. Sie öffnet jede Pforte, jede Schranke, jedes Herz, ebnet jeden Weg, gibt sich hin und lädt jedes Wesen ein.

Liebe ist die radikalste Entscheidung und die höchste Wahl, die Du treffen kannst.

Liebe beginnt immer bei Dir selbst und hört bei Dir selber auf.

Liebe ist der schwarze Gürtel eines Meisters. Liebe ist nicht die Antwort auf das, was Du bekommst, sie ist die Frage, was Du bereit zu erfahren bist.

Liebe ist der Ausdruck dessen, was Du wirklich bist.

 

 

Liebe ist, was jeden Rahmen sprengt.

Liebe ist nicht die Beziehung, die Du führst. Liebe ist der höchste, freieste Ausdruck dessen,

den eine Beziehung haben kann.

 

Wenn eine Beziehung scheitert, scheitert nie die Liebe selbst. Es scheitert nur der Rahmen, in den Du diese Liebe pressen wolltest. Liebe selbst ist bedingungslos. Eine Beziehung hingegen kann niemals (das ist meine Meinung) bedingungslos sein, wenn Du sie in Liebe erleben und erfahren möchtest. 

Wenn Du Liebe in einer Beziehung erleben möchtest, dann helfen Dir zwei Fragen dabei, herauszufinden, ob Du in einer Liebesbeziehung  lebst. Denn eine Liebesbeziehung braucht genügend Liebe zu Dir selbst.

 

1. WOHIN FÜHRT DEIN WEG?

2. WER IST BEREIT, MIT DIR ZU GEHEN?

 

Fange stets mit der ersten Frage an. 

Beginnst Du mit der zweiten Frage, dann schnappt die Falle der Bedürftigkeit über Deinem Wunsch von Liebe zu.

 

Die Falle der Bedürftigkeit killt Liebe

Bedürftigkeit ist keine freie Wahl, sondern eine Reaktion auf die Wahl eines anderen.. 

Bedürftigkeit richtet sich nach dem Weg, den ein anderer Mensch gerade geht.

Bedürftigkeit folgt nicht der Freiheit, sondern der Gefangenschaft.

Bedürftigkeit lässt Dich glauben, dass Du diesen anderen Menschen brauchst.

Bedürftigkeit schafft Sehnsucht, bis Du Dich selbst vergisst.

Bedürftigkeit bringt Dich von Deinem Weg ab, um einem anderen hinterherzulaufen.

Bedürftigkeit ändert Deine Laune, wie das Wetter.

Bedürftigkeit tut höllisch weh.

Bedürftigkeit sucht immer einen Schuldigen.

Bedürftigkeit macht Dich zum Opfer einer Illusion.

 

Triff Deine Wahl. Wähle radikal. Verantwortung für Deine Wahl zu übernehmen ist Fluch und Segen zugleich. 

Es gibt keinen Schuldigen mehr. Am Ende der Erkenntnis bleibt nur einer übrig. Du selbst.

Du bist Angeklagter, Zeuge, Anwalt und auch Richter selbst. Verurteilst Du Dich? Spricht Du Dich frei? Wählst Du Bedürftigkeit? Wählst Du Liebe?

 

Die Liebe ist niemals bequem. Sie haut Dir keine Schalmeienklänge um die Ohren, sie kutschiert Dich nicht auf Wolke Sieben. Beweihräucherungen unterstützt sie nicht. Sie entlarvt. Sie häutet und sie läutert Dich. Sie zeigt Dir jede Jauchegrube, jeden destruktiven Glaubenssatz, jedes Konzept, in dass Deine Großartigkeit niemals passen wird. Liebe fällt aus jedem Rahmen,

in den Du sie zwängen willst. Denn sie ist größer, als Du und ich es jemals fassen können.

Sie ist frei. Liebe ist der Hunger, sich zu erfahren. Liebe ist Freiheit in Aktion. 

 

Auf einen freien Sonntag,

Deine Margret

 

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