Wer bin ich?

Wer bin ich?

Kann ich das wirklich mit Gewissheit sagen? Werde ich je dieses Geheimnis lüften? Jeden Tag entdecke ich neue Facetten, verschüttete Talente, ungenutztes Potenzial. Und jede Menge Ecken und Kanten. Kurven habe ich auch. Täglich findet sich ein neues Puzzleteil von Margret: Manchmal passt es in eine Lücke, manchmal passt es (noch) nicht. Ich arbeite daran.

Ich bin ein Experiment, aus dem ein Junge werden sollte. Das ging gründlich daneben. Die Jungs habe ich viel lieber mit nach Hause gebracht. Im Moment bin ich fast 50 Jahre jung und etwa sieben Kilo schwerer. Extrem ungeduldig, immer rebellisch und eigensinnig auch, bin ich dafür selten schlecht gelaunt. Mein Glaube an Eiscreme mit Walnüssen und an die große Liebe wurde nie enttäuscht. Ich glaube an eine noch größere Liebe, wenn sich die große längst in Luft aufgelöst hat. Manchmal bohre ich in der Nase und mit der Bohrmaschine Löcher in die Wand. Ich esse gerne Chili pur und immer meinen Teller leer. Freundlich bin ich und mutig auch, besonders dann, wenn ich vor Angst zittere. Und das ist meistens hinterher der Fall. Tiefgründige Gespräche machen mich an und bringen mich weiter. Meine Lachmuskeln haben ein Sixpack, die trainiere ich gern und viel. Ich mache mir gerne meine Hände und mein Gedanken schmutzig. Unermüdlich werde ich, wenn es um Klamotten geht. Ich bin wohl ein Mode-Messie. Ich treibe viel Sport und liege noch lieber auf der faulen, nackten Haut. Eine Meeresbrise kann nicht schaden. Ich bin gerne treu und gehe in Gedanken manchmal fremd. Einsamkeit und Stille sind meine liebsten Freunde, dort begegne ich meiner größten Freiheit. Ein diebisches Vergnügen habe ich dabei, täglich jünger zu werden. Viel habe ich angefangen, ausprobiert und aufgehört.

Neuerdings flirte ich mit meiner Bestimmung. Ich coache, schreibe Bücher und bin mir selber treu. Meistens jedenfalls. Ich gebe weiter, was ich selber lebe. Ich erfinde mich immer wieder neu.